#Fappygate oder der Umgangston im Netz

Zum #FappyGate dürfte alles gesagt sein – die meisten Fakten stellt Sascha Pallenberg in seinem Blog selbst dar. Kurz gesagt geht es um einen Disput (um irgendwas), der dann außer Rand und Band geriet. Twitter-Userin @FrDingens setzte dann einen etwas unbedachten Kommentar in die Welt, der dahingehend zu verstehen ist, Pallenberg geile sich an seinen Beleidigungen auf. Keine Frage: Das geht nicht.

Der Kommentar von Pallenberg ist natürlich wenig hilfreich und verschiebt die Bezugsebenen der Debatte massiv. @FrDingens warf ihm zwar vor, er hole sich während seine Beleidigungen einen runter, er verschiebt den Vorwurf jedoch deutlich und persönlich bezogen auf sie. Klar: @FrDingens hätte den Onanie-Vorwurf sein lassen sollen – genausowenig ist aber von der Hand zu weisen, dass @sascha_p mit seiner Antwort eine massive Grenzüberschreitung tätigte. Er will dies als Ironie verstanden wissen – die Verteidigung ist oft zu hören, treffend ist sie nie. Das Problem: Ironie ist in schriftlichen Texten nicht enthalten, sondern höchstens gemeint und im Idealfall verstanden, oft aber nicht erkannt. Messbare Textsignale gibt es nicht. Dass die Niveau-Senkung von @FrDingens zu verantworten ist: Geschenkt.

Auf Twitter folgt das, was zu erwarten ist: Ein Shitstorm. Sascha Pallenberg setzte sich zwar dafür ein, sexistische Kommentare zu unterlassen, aber was hilft es in diesem Medium? Femtrolle, Social Justice Warrior oder Gender Knights sind dann die Kampfbegriffe, mit denen viele User versuchen, eine ernsthafte Debatte im Keim zu ersticken.

Zufällig stolperte ich am frühen Abend über einen Tweet von Charles Engelken. In diesem macht er einem unschwer zu erratenden Teil der Diskutanten klar, dass er genauso (wie Pallenberg) reagieren würde, „wenn mir so ein behinderter Minusmensch so ankommt„:

Nicht, dass er der einzige wäre, der mit unfassbaren Kommentaren im Twitter-Universum herumgeistert. Aber er verdient hier eine besondere Erwähnung, denn durch seine Tweets zieht sich eine Spur von derbsten – und in der Öffentlichkeit – unangebrachten Äußerungen. Mich würde er wohl als Lebenspfeife bezeichnen – das stört mich wenig. Auf meine Äußerung, dass die Wortwahl nicht gehe, folgt eine erschreckende Teilnahmslosigkeit und später Häme oder andere Obskuritäten.

Eine erwartbare Reaktion – mit etwas anderem hatte ich gar nicht gerechnet. Der Umgangston ist im Internet teils schon erschreckend. Pöbeleien und Beleidigungen stehen an der Tagesordnung. Mit Krawall werden andere Meinungen und Ansichten niedergebrüllt. Das darf nicht funktionieren.

Zum Ende bleibt wohl nur noch mit Stefan Keuchel zu sagen:

Der nächste #Aufschrei folgt bestimmt.

 

Ich betreibe diese Webseite und plaudere gerne über TV-Serien, Kinofilme und politischen Kram.